Wie Memes zur Waffe der Alt-Right-Bewegung wurden

Internetkultur ist schnelllebig und lebt davon, ein Insider-Witz einen kleiner Gruppe Eingeweihter zu sein. Vor allem die, die die Gags verstehen, bekennen sich zu einer Gruppe Gleichgesinnter zugehörig. Man gehört dazu – oder eben nicht. So entsteht eine elitäre Gruppe, die in den tiefen des Internets sich gegenseitig mit Selbstmord-Witzen, traurigen Fröschen und wechselnden Meme-Layouts unterhält und amüsiert. Immer öfters tauchen in den Tiefen des Internets aber auch Memes auf, die eine klare politische Botschaft vertreten. Sie hetzen gegen Zuwanderer, gegen politische Strömungen und Parteien. Besonders prominent ist dabei der Wahlkampf des jetzigen US-Präsidenten Donald Trump zu betrachten. In dessen Fahrwasser überfluteten rechte und rechtsextreme Memes das Internet und rücken sogar Pepe den Frosch in ein dunkles und braunes Licht. Aus einem Feels-Good-Meme wurde ein Symbol des weißen Hasses auf Ausländer in den USA. Und auch in Deutschland haben nationalistische Kräfte inzwischen die Memes für sich entdeckt.

Gekapert, verraten – missbraucht?

Vor allem die vom Verfassungsschutz beobachtete Identitäre Bewegung hat in Europa und auch in Deutschland die Memes als Gefährt für politische Botschaften für sich entdeckt. So verbreiten die Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung Memes in den sozialen Netzwerken, die die Festung Europa proklamieren und Flüchtlinge als Mörder und Vergewaltiger hinstellen. Und auch politische Gegner, vor allem Parteien aus dem linken Spektrum und ihre Führungspersonen, werden zum Ziel der Meme-Fabriken der Rechtsextremen. Oft brauchen die Hersteller der politischen Hetz-Memes nur Minuten, um auf politische Ereignisse zu reagieren. Durch diese Aktualität finden die Bilder oft große Reichweite in den Echokammern der Rechten in Europa. Ein beliebtes Meme dafür ist in Deutschland auch Pepe the Frog.

Macher von Pepe the Frog kämpft gegen Nazis

Der Schöpfer von Pepe, Matt Furie, kämpft seit dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 gegen die Brandmarkung seines Memes als Hass-Symbol. Immer wieder zeichnet er inzwischen Pepe in einem klar antifaschistischen Hintergrund. Wirklich Verbreitung finden jedoch nur seine früheren Werke, in denen Pepe sich über Zuwanderer und Migranten empört. Feels Bad Man.

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