Motivation? Das war einmal!

Sie waren so beliebt! Sie waren so sinnvoll! Sie haben Millionen von Arbeitern zu neuen Höchstleistungen angestachelt! Aus und vorbei? Die Rede ist von den Motivations-Memes. Sie hingen in jedem Büro, zierten so viele Facebook-Accounts, und all die Trainer und Therapeuten dieses Planeten hielten sie für wichtig. Doch sie sind verschwunden, Stück für Stück.

Vermutlich ja, denn es setzte sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass ein Leben in ständiger Höchstleistung auch nicht glücklicher macht. Immer nach den Sternen, immer nach dem maximalen Ergebnis zu eifern hat eine Generation von Egomanen gezüchtet, statt die erhoffte „Happiness“.

Kaum jemand hängt sich ein solches Poster oder Zitat mehr an den Kühlschrank, geschweige denn an die Wand. Der Trend hat sich um 180 Grad gedreht. Als ein Inbegriff dieses Wandels steht ebenfalls ein Meme. Es ist ziemlich ekelig und wir werden es nur vorsichtig beschreiben, aber es hat den Wahnsinn des „Lebens auf der Überholspur“ grandios auf den Punkt gebracht.

Auf besagtem Meme ist ein Marathonläufer zu sehen, wie er sich quält. Doch nicht nur das. Der Marathonläufer schien auf der langen Strecke ein „kleines“ Problem mit seinem Darm zu haben. Statt auf seinen Körper zu hören und kurz eine Toilette aufzusuchen, entschied sich der Läufer für das Gegenteil. Er ging eben nicht auf die Toilette, sondern ließ seinem Darm während des Laufens freien Lauf.

Ihm war das Rennen wichtiger als seine Gesundheit. Die Quittung kam prompt. Das Bild vom sich sinnlos quälenden Marathonläufer, dem die braune Soße die Beine entlang läuft, ging um die Welt. Das war der eklige Teil der Geschichte.

Es wurde dem Bild folgendes Zitat aus der Welt der Motivation hinzugefügt: „ENTSCHLOSSENHEIT! Wir machen weiter, egal was passiert!“ Dies darf sarkastisch interpretiert werden. Das Meme ging um die Welt und inspirierte Millionen von Menschen, ähnliche Memes zu entwerfen, bei denen es um den Wahnsinn der Leistungsgesellschaft ging.

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